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Der Anwender macht die Kunst gefährlich…

 …nicht die Kunst den Anwender!

Oft lese ich kreative Kommentare unter Videos und Tutorials wie z.B. „Das funktioniert so nicht!“ oder „So greift doch keiner an!“.  – Vielleicht, aber vielleicht auch nicht! Es sind dennoch Muster und Lösungswege die unterrichtet und trainiert werden. Diese werden selbstverständlich nicht voll ausgeführt oder „durchgezogen“, denn sonst würden im Training schwere Verletzungen entstehen und der Trainingspartnerverschleiß wäre enorm. Schmerzen sind toleriert und gehören ein Stück weit dazu, Verletzungen nicht!

Im Selbstverteidigungstraining werden verschiedene Bewegungs-/Angriffs-/Abwehrmuster trainiert, damit diese in einer realen Situation schnell abrufbar sind. Jedes einzelne Szenario nachzustellen, das sich auf der Straße ereignen könnte, ist leider unmöglich. Techniken zu erlernen, zu trainieren und diese für verschiedene Angriffsmuster & unterschiedliche Ausgangssituationen zu gebrauchen ist eine Notwendigkeit.

Kritik ist selbstverständlich erlaubt, solange diese sachlich ist. Gerne setze ich mich dann damit auseinander. Beleidigungen und unsachliche Kritik werden von mir nicht beantwortet und ggf. gelöscht.

Die Kampfkunst ist letztlich nur sekundär. Hat der Anwender das jeweilige System für sich angenommen, verinnerlicht und ist bereit, seine Techniken und Fähigkeiten zu gebrauchen, so wird es für den „Täter“ wohl kein leichtes Unterfangen werden. Und darum geht es in der Selbstverteidigung: Zu einem unangenehmen Gegner zu werden und aus der Opferrolle zu gelangen. Verletzungen können dabei immer entstehen, die Frage ist nur wie schwer diese letztlich sind. Verletzungen sind nicht immer körperlicher Art, die psychischen Nachwirkungen halten oft länger an oder tauchen gar erst viel später auf.

In Kampfsportschulen, Akademien & Dojos werden viele verschiedene Handlungsansätze unterrichtet, um ein möglichst breites Feld abzudecken. Dennoch sollte man immer an die einfache Grundidee zurückkehren, eine gefährliche Situation möglichst schnell, unmittelbar und direkt zu beenden. Diese Dinge sind nämlich die, die in einer Stresssituation übrig bleiben. Ich für meinen Teil habe mich bestens mit den Grundwerkzeugen des WingChun arrangiert, da alles schlüssig, ehrlich und anwendbar ist.

Funktionieren muss es, nicht mehr und nicht weniger!  

Reale Situationen trainieren geht einfach nicht, hierfür muss man sich schon auf die Straße begeben und mit einer Person X einen Streit anfangen. Dazu möchte ich aber wirklich niemanden ermuntern, denn ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht. Es steht immer das Strafgesetzbuch dazwischen. Der Notwehrparagraph greift dann, wenn man angegriffen wird oder ein unmittelbarer Angriff bevorsteht. Nicht wenn man eine Situation forciert und es darauf anlegt.  

Es gibt viele unterschiedliche Kampkünste, die in ihrem Ursprung eine Kriegskunst waren. Ob diese aber heut zu Tage noch zur Selbstverteidigung geeignet sind, wage ich dennoch zu bezweifeln. Dafür sind viele Kampfsportarten einfach zu versportlicht und haben den ursprünglichen Zweck, gegen einen Unterhaltungswert ausgetauscht.  Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich Regel.

Dennoch, immer Augen auf und wachsam bleiben – den größten Fehler macht man immer dann, wenn man seinen Gegenüber unterschätzt oder ihn einfach machen lässt.

Sihing Andrej Johann

 

Bild für der Anwender macht die Kampfkunst gefährlich